Freitag, 5. Juli 2013

Neue Methode offenbart Wasser auf Exoplaneten durch erdgestütztes Teleskop


Künstlerische Darstellung eines "Hot Jupiter", also eines großen Gasplaneten, der seinen Stern sehr dicht umkreist (Illu.). | Copyright: Leiden Observatory

Leiden (Niederlande) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO ist es Astronomen durch die Anwendung einer neuen Technologie gelungen, den spektralen Fingerabdruck von Wasser in der Atmosphäre eines Planeten auch mit einem erdgestützten Teleskop nachzuweisen, der einen fernen Stern umkreist. Mit Hilfe der neuen Methode können Astronomen schon bald hunderte derartige Exoplaneten nach Wasser absuchen, ohne hierzu auf Weltraumteleskope zurückgreifen zu müssen.

Wie Dr. Jayne Birkby von der Universiteit Leiden auf dem Jahrestreffen der Royal Astronomical Society National im schottischen St. Andrews berichtete, untersuchte ihr Team den bekannten Heißen Jupiter "HD 189733b", der seinen Stern alle 2,2 Tage einmal umkreist und aufgrund dieser Nähe auf über 1500 Grad Celsius aufgeheizt wird.

Durch die Erweiterung der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode, bei der leichte Schwankungen in der Rotationsbewegung eines Sterns auf den minimalen Schwerkrafteinfluss eines Planeten zurückgeführt werden können, waren die Forscher in der Lage, anhand ebenfalls feststellbarer kleinster Verschiebungen im spektralen Spektrum des Sterns das Spektrum seines Planeten zu extrahieren und stießen in diesem Spektrum auf den chemischen Fingerabdruck von Wasser.

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Schon zuvor war es den Astronomen mit dieser Methode gelungen, das einfache Molekül von Kohlenmonoxid (CO) in der Atmosphäre des Planeten nachzuweisen. Aktuell war es jedoch erstmals möglich, auch ein komplexeres Molekül wie das von Wasser (H2O) zu identifizieren.

"Damit ist nun die Tür weit offen, für eine deutlich detailreichere Bestandsaufnahmen der chemischen Zusammensetzung der Atmosphären von Hunderten von Exoplaneten mittels erdgestüzter Teleskope", so die Forscher Neben Wasser sind besonders Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) für die Forscher von Interesse, da es sich dabei um die Hauptbestandteile und Voraussetzungen für Leben, wie wir es zumindest von der Erde kennen, handelt. Besonders das für 2020 geplante "European Extremely Large Telescope" (E-ELT) soll die Möglichkeiten um ein Vielfaches erhöhen und dann auch eine Analyse von erdgroßen, potentiell lebensfreundlichen Planeten ermöglichen.

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