Samstag, 2. März 2013

Zwillingssonden entdecken weiteren Strahlengürtel um die Erde

Zu den zwei bekannten Strahlungsgürteln gesellt sich hier und da ein erst jetzt entdeckter dritter hinzu. Die Strahlungsgürtel sind in dieser Illustration der Daten gelb dargestellt. | Copyright: NASA/Van Allen Probes/Goddard Space Flight Center 

Washington (USA) - Schon die ersten Daten der Zwillingssonden der NASA-Mission der "Van Allen Probes", mit denen der sogenannte Van-Allen-Gürtel und damit einen Torus energiereicher geladener Teilchen erforscht werden soll, die durch das magnetische Feld der Erde eingefangen werden, liefern eine Sensation. Offenbaren sie doch neben den seit mehr als 50 Jahren bekannten zwei Strahlungszonen nun die Existenz eines dritten und von den beiden bekannten Gürteln isolierten Strahlungsgürtels um die Erde.

Die Entdeckung selbst verdanken die Wissenschaftler um Shri Kanekal vom Goddard Space Flight Center der NASA dabei mehr oder weniger einem glücklichen Zufall - entschieden sie sich doch früher als geplant, das "Relativistic Electron Proton Telescope" (REPT) an den Sonden zu aktivieren, um so schon drei Tage nach dem Start der Mission und damit noch vor dem kontrollierten Absturz der Vorgängermission ("Solar, Anomalous, and Magnetospheric Particle Explorer", SAMPEX), parallel Daten beider Missionen sammeln und miteinander vergleichen zu können.


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Kurz bevor das REPT also vorzeitig aktiviert wurde, kam es zu einem erhöhten Energieausstoß der Sonne, der wie gewöhnlich dazu führte, dass die bekannten beiden Strahlungsgürtel anschwollen. Nachdem der Dateneingang zunächst normal zu verlaufen schien, hatte es plötzlich den Anschein, als ob sich die gemessenen Partikel neu anordnen und so einen dritten, den Van-Allen-Gürtel erweiternden Strahlungsgürtel aufbauen würden (s. Video).

"Zunächst dachten wir, dass etwas mit unseren Instrumenten nicht stimmen würde", erinnert sich Kanekal. "Nach einer eingehenden Überprüfung bemerkten wir dann aber schnell, dass hier gar nichts falsch lief und der dritte Gürtel in voller Schönheit ganze vier Wochen lang aufrechterhalten blieb."

Simulation der gemessenen Daten der Van Allen Probes


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Wie die Forscher aktuell im Fachjournal "Science" schreiben, ermöglicht die Entdeckung der zusätzlichen Strahlungszone des Van-Allen-Torus Wissenschaftlern neuen Einsichten darüber, was die stetigen Veränderungen des Strahlungsgürtels hervorruft, der auf aus Sonnenrichtung einströmende energetische Partikel reagiert, die auch Satelliten und Raumschiffe bis hin zu bemannten Missionen gefährden und schädigen kann.



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Die genauen Mechanismen, dir zur Bildung des dritten Gürtels führen, sind bislang zwar noch größtenteils unbekannt. Die Forscher halten es jedoch für möglich, dass dieser Gürtel vergleichsweise häufig entsteht - nur standen bislang nicht die geeigneten Mittel zur Verfügung, um dieses Phänomen auch beobachten zu können.

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Quelle: NASA
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